Lernen mit ClaVo

Aus der Seele geschrieben

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Norbert Pühringer

Norbert Pühringer ist Geschäftsführer der TamaG GmbH,

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Abstract

Das Bildungsschicksal von Kindern entscheidet sich in den ersten Lebensmonaten. Bildungsferne Eltern geben ihre Bildungsferne an ihre Kinder weiter. Schule und Kindergarten kommen zu spät. Sie können das Auseinanderdriften von Kindern bremsen, die Kluft aber nicht mehr schließen. Wir brauchen die lernspielende Familie und Heads Up!

Martin Spiewak ist Wissenschaftsredakteur der deutschen Wochenzeitung Die Zeit. Martin Spiewack beschäftigt sich mit der Frage von Bildungschancen. Dazu hat er wertvolle Recherchearbeit geleistet und wissenschaftliche Erkenntnisse zusammengetragen, die meine Erfahrung und den didaktischen Ansatz von Heads Up! untermauern. Er hat mir aus der Seele geschrieben.

„Ungerecht von Anfang an“, schreibt er, sei die Verteilung von Bildungschancen. Denn schon wenige Monate nach der Geburt driften Säuglinge in den bildungsrelevanten Aspekten ihrer Entwicklung auseinander. Diese Entwicklung hält an, bis Kinder in den Bildungseinrichtungen landen. Erst dort lässt die Drift nach und die weitere kognitive Entwicklung verläuft in etwa parallel – in gebührendem Abstand bewegen sich die Kurvenverläufe, bis zur Ausschulung der Jugendlichen.

Die Ursache dieser Ungerechtigkeit das Glück, bildungsnahe oder das Pech, bildungsferne Eltern zu haben.

1,2 Millionen funktionale Analphabeten haben wir in Österreich – und weitere 800.000 Menschen lesen praktisch nie ein Buch oder eine Zeitung. Die Recherchen von Spiewak bestätigen, was wir Heads Up! und dem Konzept der lernspielenden Familie zugrunde legen:

Analphabetismus ist kein Problem der Schulen und der Lehrer, sondern ein Problem der Elternhäuser. Und wie in meinem Post vor zwei Monaten geschrieben: „Wenn ein Kind bei und mit seinen Eltern nie die Lust an der Sprache erlebt, keine Bücher vorgelesen bekommt und entdeckt, wie die eigene Welt in den Büchern groß und aufregend wird, wer nie das Beispiel des lesenden Vaters, der lesenden Mutter und Geschwister vor Augen hat, dem wird vom Kinderwagen, vom Tragetuch an signalisiert: Lesen ist nicht wichtig, Geschriebenes ist uninteressant, Texte, Zeitungen, Bücher haben keinen praktischen Wert.“

Die wissenschaftlichen Fakten dazu liefert Spiewak: Kinder aus bildungsfernen Familien bekommen in ihren ersten vier Lebensjahren 10 bis 15 Millionen Wörter zu hören, Kinder aus bildungsnahen Familien 45 Millionen Wörter. Die Konsequenz: Dreijährige aus bildungsfernen Familien haben einen Wortschatz von etwa 500 Wörtern, gleichaltrige mit bildungsnahen Eltern beherrschen bereits 1000 Wörter. Bis zur Einschulung öffnet sich diese Kluft weiter.

Nun kann Heads Up! weder in die Wiege noch ins Gitterbett von Säuglingen schlüpfen. Aber Heads Up! unterstützt die Verbalisierung des Geschehenden. Zunächst geschehen das Quizspiel und das Gespräch darüber. Es ist weniger wichtig womit sich das Quiz beschäftigt, entscheiden ist das Gespräch darüber. Es ist weniger wichtig, in welcher Sprache das Quiz gespielt wird, entscheidend sind das Reden, das Lachen und der Spaß darüber.

Der Weg aus dem Analphabetismus, soll er nicht auf Zwangsmittel zurückgreifen, ist langwierig. Heads Up! ist ein Katalysator: Schulkinder spielen mit den Eltern das Quiz, die kleineren Geschwister erleben, dass das Quiz samt Lesen, Reden, Diskutieren und Lachen Spaß macht und sie hören Wörter und Sätze, die sie zuvor noch nie gehört haben – das ist Futter und Motivation für ihr Gehirn. Und weil alle lieber machen, was sie gut machen, stellt Heads Up! jedem Niveau anspruchsvolle, aber lösbare Fragen, die zu weiteren Spieldurchgängen motivieren.

Wir brauchen die Schulen als Transmitter und die Lehrer*Innen als Motivatoren für die Eltern. Und viele Unterstützer.

E-Paper-App der Wochenzeitung Zie Zeit, Nr. 24/2021
Redaktion Wissenschaft, Autor: Martin Spiewak

Artikel hier: Ungerecht von Anfang an

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